„Jugend trifft Geschichte 2025 – 80 Jahre Liberation Concert“ ist ein interkulturelles, künstlerisch-kreatives Projekt einer neuen, innovativen Form der Erinnerungskultur. Es orientiert sich an den für die Erinnerungsarbeit geforderten Prämissen wie die der Demokratieförderung, des Anti-Rassismus und Antisemitismus, geht aber in seiner Umsetzung über die bisher gängige Praxis hinaus: Die jugendlichen Projektteilnehmenden sind nicht mehr nur Rezipienten von in der Vergangenheit zurückliegenden Vorgängen. Sie setzen vielmehr mit dem zu Beginn des Projektes vermittelten Basiswissen in weiteren, selbstbestimmten Schritten eigene, altersgemäße Akzente des Verständnisses und einer individuell reflektierten Interpretation von Geschichte, wobei sich im Ergebnis die unterschiedlichen kulturellen Prägungen und kreativen Potentiale zu einem spannungsreichen Ganzen zusammenfügen.
Ausgangspunkt des Projektes „Jugend trifft Geschichte“ ist der Werdegang eines Orchesters überlebender Musikerinnen und Musiker des Holocaust im Deutschland der Nachkriegszeit, konkret in Bayern. Mit ihrer Befreiung vom Todesmarsch und aus Konzentrationslagern waren die aus Osteuropa stammenden Mitglieder des Orchesters zu Displaced Persons, Heimatlosen, geworden. Sie mussten sich, zunächst ohne Hilfe, in einem fremden Land zurechtfinden. Bei ihrem nachfolgenden Überlebenskampf und dem Ringen um eine selbstbestimmte Zukunft half ihnen einerseits die Rückbesinnung auf ihre Kultur, ihre Religion und ihre Geschichte als identitätsstiftendes Merkmal. Andererseits galt es, sich mit ihrer Musik in einem fremden Land auch denen verständlich zu machen, die eine andere Sprache sprachen, über von ihnen abweichende kulturelle Erfahrungen verfügten und die dennoch von einem Gemeinsamen bestimmt waren: Von der Hoffnung auf Würde, Menschlichkeit, Respekt und ein besseres und friedlicheres Leben. Die Bezüge zur aktuellen weltpolitischen Lage mit ihren Disruptionen, kulturellen Umwälzungen sowie Flucht- und Migrationsströmungen sind evident. Sie spiegeln sich oftmals, wenn auch modifiziert, bei den Projektteilnehmenden in der Schule, in Bildungseinrichtungen sowie wie im täglichen Leben wider.
Das Projekt gliedert sich in mehrere Module und mündet in einer Projektwoche mit zwei Abschlusskonzerten als Höhepunkt.
Projektmodule
I. Workshop History Detectives (ab 12 Jahren)
II. Workshop Young Journalists (ab 12 Jahren)
III. Musikworkshop (ab 12 Jahren)
IV. Theaterworkshop (ab 13 Jahren)
Die Teilnahme ist kostenfrei. Bitte das Teilnahmeformular ausfüllen und per
e-mail senden an kultur@landberg.de mit dem Betreff „Jugend trifft Geschichte“.